Geboren und aufgewachsen in Zürich, habe ich nach einem Studium der Neueren Vorderorientalischen Philologie lange für das damalige Bundesamt für Flüchtlinge, u.a. fünf Jahre im Kosovo, und später im Schweizer Aussenministerium im Krisenmanagement gearbeitet. Von 2013 bis 2024 führte ich ein Hotel im Kosovo, das Hotel Gracanica.
Meine künstlerische Karriere endete früh in meiner Schulzeit, als mir unser Zeichenlehrer sagte, der Zürichsee sei nicht blau, sondern gelb. Sie glimmte vorübergehend wieder auf, als ich in einer persönlichen Krise das Ausdrucksmalen entdeckte. Später faszinierten mich die Möglichkeiten, Kunst am Computer zu entwerfen. Und Fotografie war schon immer eines meiner Hobbies und führte 2001 zu einer Ausstellung im Hani i 2 Robertëve in Prishtina.
Während meiner ersten Zeit im Kosovo, 1999 bis 2004, schloss ich Freundschaft mit mehreren Künstlern, begann, ihre Bilder zu kaufen und Ausstellungen in der Schweiz und Deutschland für sie zu organisieren. Insbesondere zwei von ihnen, die Geschwister Bajram und Farija Mehmeti, wurden recht erfolgreich, mit Ausstellungen in der kosovarischen Nationalgalerie und an der Manifesta Biennale 2022. Die Freundschaft zum amerikanischen Roma-Aktivisten Paul Polansky führte dazu, dass ich eine Auswahl seiner Prosagedichte aus dem Englischen übersetzte und herausgab ("Roma - verachtet, verfolgt, vergessen").
Nach der Eröffnung des Hotels 2013 organisierte ich dort regelmässig Ausstellungen. Heute sind im Hotel zahlreiche Gemälde und Kunstinstallationen permanent ausgestellt. Tagsüber ist die „Aussicht“ der Münsteraner Künstlerin Anke Gollub insbesondere bei Brautpaaren für Fotoshootings beliebt, nachts erleuchtet das „Auge“ (Künstlermodell) des kosovarischen Künstlers Driton Selmani den Garten.
Das Hotel führte auch dazu, dass ich wieder anfing zu schreiben, einen Blog, der in ein kleines Büchlein, "Als Schweizer Hotelier im Kosovo", mündete. Durch mein Engagement für Roma stiess ich auf den jungen Roma-Autor Meti Kamberi und übersetzte seinen Bestseller "Grad Bola" ("Stadt der Schmerzen") aus dem Serbischen ins Deutsche (erscheint 2026 im Anthea-Verlag).
Zur Holzbildhauerei kam ich 2009, als ich erstmals einen vom Holzbildhauer Winfried Heinrich auf der deutschen Nordseeinsel Pellworm organisierten Kurs unter der Leitung von Jan de Weryha besuchte. Es folgten weitere Kurse auf Pellworm unter der Leitung von Yves Rasch. Und bald begann ich, auch ausserhalb der Kurse zu bildhauern. Auf dem früheren Bauernhof meiner Grossmutter fand sich dafür viel Holz gefällter Obstbäume. Aber auch zwei Apfelbäume, die wir für den Bau des Hotels fällen mussten, bekamen so neue Gestalt. Seit 2022 ist meine Werkstatt auf der deutschen Nordseeinsel Pellworm.
Kettensägen unterschiedlicher Grösse stehen meist am Anfang der Arbeit an einer Skulptur, für die weitere Bearbeitung kommen Winkelschleifer und Elektrofeile zum Einsatz, und am Schluss steht insbesondere bei den glattgeschliffenen Skulpturen sehr viel Handarbeit an, vor allem bei den Höhlungen, die ich gerne einsetze.
Meine Skulpturen sind abstrakt. Sie leben von der Wärme des Holzes, der Maserung, den unterschiedlichen Farben. Risse, Pilz- und Holzwurmbefall sind für mich bei vielen Arbeiten keine Schönheitsfehler, sondern tragen zur Lebendigkeit bei. Ich liebe archaische, klassische Formen, die Ruhe und Spannung vereinen. Als Inspiration dienen mir die Natur, Künstler wie Madeleine Gekiere - meine Tante -, Henry Moore, François Stahly, André Bloc und Hans Arp, Zufallsfunde und natürlich das Holz selbst. Oft stelle ich mir vor, dass die Objekte als Maquetten für Architektur dienen könnten